Atmosphärischer Auftakt

Corinne Douarre singt im „Blue Moon Spezial“ auf dem Wall

HILDESHEIMER WALLUNGEN

Am ersten Tag der Hildesheimer Wallungen erfreute ein „Blue Moon Spezial“ mit neuen französischen Chansons die Zuschauer. Genau dort, wo Himmel und Wall sich küssen, baute Sängerin Corinne Douarre eine Luftbrücke zwischen Berlin und französischer Atlantikküste. Dort sang sie mit dunkler, sanfter Stimme Lieder, die Emotionalität des Chansons mit der Leichtigkeit des Pops vereinten.

Die Reihe „Blue Moon“, die sonst in der KulturFabrik Löseke stattfindet, wird von Siggi Stern organisiert. Und er freute sich, mit Corinne Douarre eine ganz besondere Sängerin gefunden zu haben. In ihrem Programm „Ciel XXL“ brachte sie die Welt der Nouvelle Chanson française nach Hildesheim. Es wurde im Zuge des Konzertabends zwar ein bisschen kühler, was dem Hörgenuss der Zuschauer jedoch keinen Abbruch tat.

Die Songschreiberin und Sängerin Corinne Douarre pendelt seit einigen Jahren zwischen Paris und Berlin. In dieser Zeit hat sie bereits zwei selbst produzierte CDs veröffentlicht und Konzerte vor einem immer größer werdenden Publikum gespielt. Sie ist geprägt von Kino und Architektur und wird inspiriert von alltäglichen Begegnungen. In ihren Songs erzählt sie von ihrem Leben in Berlin, z.B. von den kleinen Prinzen im Prenzlauer Berg und roten und grünen Ampelmännchen. Von der Sehnsucht, ein Star zu sein und von der Schönheit des Ozeans. Und vor der Frage, die ihr immer noch auffällt, trotz ihrer vielen Jahren in Deutschland: Zusammen oder getrennt? (wenn es um das Bezahlen im Café geht.). Corinne Douarre arbeitet mit dem jungen Regisseur Nicolas Flessa für die Musik von seinem Film „Ich liebe Dich nicht, wenn du mich liebst“ zusammen, der im Sommer 2009 erscheinen sollte und einige Songs von i9hr wurden 2008 in RTL-Reihe „Gute Zeichen, schlechte Zeiten“ gezeigt.

120 Besucher waren gekommen, Veranstalter Siggi Stern war zufrieden und freute sich über das Wechselspiel zwischen Bühne und Musik und dem Sonnenuntergang. Für ihn wirkte fast alles ein wenig wie inszeniert, fast wie extra bestellt. Die Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis sei gut gewesen, es hatte Aperitifwein aus des Region Angoulême gegeben und man hatte Quiche für das Publikum gebacken.

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Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung schrieb:

„Und so lässt es sich auch dem Kälter werdenden Abend etwas positives abgewinnen: In „Eine brise wie am Meer“ schwärmt die Sängerin über den aufkommenden Wind und schiebt schnell einen Song über die Atlantikküste hinterher. Da ist es doch ein wenig schade, dass sie all ihre Lieder zweisprahig singt und damit alle Geschichten übersetzt. Auf Deutsch wirkt die Banalität des Alltags nur halb so charmant.“

HiAZ Kritik Corinne Douarre 15-6-09